Alles auf Anfang, bitte!

•11. September 2010 • Kommentar verfassen

Irgendwann kommt der Moment. Man sitzt im Bus, steht im Supermarkt an der Kasse oder an einer roten Ampel. Und von einer Sekunde zur anderen wird einem klar: man ist wieder ganz.

Zumindest für diesen einen Moment. Aber man hat einen Anfang gefunden. Nach all den Tagen in denen das Leben ziellos erschien und man einfach nur vor sich hingelebt hat weil es eben keine Alternative gab.

Man bekommt zumindest wieder eine Fußspitze auf den Boden und ertappt sich ein paar Mal sogar dabei, dass man Pläne für die Zukunft macht. Für sich selber. Für sich allein.

Natürlich weiß man, dass ewig alleine für sich sein auch keine Lösung ist. Aber für den Moment hat man akzeptiert, dass die einzige Person um die es die nächsten Wochen und Monate geht, man selber ist. Dass es wichtig ist Pläne zu schmieden und neue Träume zu spinnen.

Und man sitzt im Bus, steht im Supermarkt an der Kasse oder an einer roten Ampel… und lächelt.

Der erste Stein für einen neuen Anfang ist gelegt.

Allein am Strand.

•26. August 2010 • 1 Kommentar

Warum gehen die meisten Leute eigentlich nur an den Strand wenn das Wetter gut ist?

Das Wetter hier ist momentan furchtbar, riesige graue Wolken, jede Menge Wind und ab und zu auch etwas Regen.

Ich war heute am Strand. Und das war die beste Entscheidung, die ich für mich seit langem getroffen habe.

Es war einfach perfekt dort zu sitzen, sich die immer größer werdenden Wellen anzuschaun. Der Wind pustet einem so richtig durch die Haare, man hört nichts außer ab und zu das Schreien von ein paar Möwen.

Und es hilft.

Es hilft dabei, sich endlich mal wieder auf das zu besinnen, was eigentlich wichtig ist im Leben. Auf sich selber. Auf seine eigenen Wünsche und Träume. Man sitzt da und lässt den Wind einfach all die lästigen kleinen Ängste und Sorgen wegpusten.

Und irgendwann gelangt man an den Punkt, an dem man sich fragt was genau das eigentlich für ein Gefühl ist, das man da grade erfährt. Und dann erkennt man es:

Entspannung.

Ich vermisse dich.

•26. August 2010 • Kommentar verfassen

Kennst du das Gefühl jemanden so sehr zu vermissen, dass du das Gefühl hast es zerreißt dich im Inneren?

Man kann sich einfach nicht vorstellen jemals wieder jemanden zu finden, der einen so sehr vervollständigt. Auch wenn es kitschig klingt. Natürlich hat man auch vor dieser Person schon Beziehungen gehabt und man weiß, dass das Leben weiter geht. Aber trotzdem ist diesmal alles anders. Und niemand glaubt einem. Jeder sagt einem nur: das braucht Zeit, du findest wieder jemanden der so ist wie er oder sogar besser.

Und um das ein für alle Mal klarzustellen: ich kann es nicht mehr hören! Ich bin so zerrissen innerlich. Ich will ihn nicht vermissen, aber das tue ich. Im Prinzip jede Sekunde des Tages, selbst wenn ich momentan in Arbeit ersticke.

Man vermisst die Sicherheit so sehr, die er einem gegeben hat. Das Gefühl alles in der Welt würde wieder in Ordnung kommen wenn man nur einen Moment in seinem Arm liegen kann. Die Zukunft.

Man weiß, dass er noch Gefühle hat und man versucht sich zu zweit irgendwie wieder näher zu kommen. Es tut gut wieder in Kontakt zu sein, aber gleichzeitig ist es der schlimmste Schmerz den man sich vorstellen kann. Man will ihn zurück und bei ihm sein und zum gleichen Zeitpunkt will man ihn einfach nur nie wieder sehen. Man hat Angst, dass es nicht wieder wird und man hat Angst, dass es nicht wieder wird. Man kann sich nur nicht entscheiden, welche der beiden Alternativen einen mehr verschreckt.

Und das Schlimmste ist: in diesem Fall haben die Leute recht. Man kann nur warten und sehen was die Zeit bringt. Auch wenn man das Gefühl hat, dass die Seele mit jeder Sekunde mehr zerbricht.

Das Leben einer anderen…

•25. August 2010 • 2 Kommentare

Manchmal habe ich das Gefühl ich führe zwei Leben.

Das Leben der Person, die ich nach außen hin bin: eine lebenslustige und aufgeschlossene Frau, perfekte Beziehung, angehende Meeresbiologin, ein bisschen verrück und mit einem Hang zum Fernweh geboren.

Das Leben der Person, die ich im Inneren bin: eine verängstigte und unsichere Frau, deren Beziehung grade gescheitert ist, ein bisschen verrück und mit einem Hang zum Fernweh geboren, weil sie sich einbildet, dass nach dem nächsten Umzug alles anders wird.

Aber nichts wird anders. Im Gegenteil, man hat gelernt, dass man seinen alten Gewohnheiten und Ängsten nicht davonlaufen kann. Der letzte Umzug hat mich ganze 2100km von meinem letzten zu Hause weggebracht. Genützt hat es wenig. Denn auch wenn man sich anfangs einbildet es hätte sich ja soviel verändert, man sei ein ganz neuer Mensch geworden: man ist es nicht. Und spätestens in der nächsten länger anhaltenden Stresssituation wird man das auch merken. Unsanft. Erneut auf dem Hosenboden landen.

Die Frage ist warum sich nichts ändert. Warum man Ängste und Sorgen einfach nicht los wird, egal ob man 10 oder mehr Jahre dagegen ankämpft. Die Dinger kleben an einem wie Pech.

Es gibt Tage an denen gleicht man tatsächlich der Person, deren Leben man nach außen hin führt. Gute Tage, die man mit Freunden und Familie verbringt, Tage an denen an der Arbeit alles glatt läuft, Hose und Shirt ausnahmsweise mal perfekt sitzen, man vor Selbstvertrauen nur so glüht. Und wenn ich versuche wirklich neutral darüber nachzudenken, dann fällt mir auf, dass es in den letzten 5 Monaten schon viele solcher Tage gegeben hat. Und dafür bin ich auch sehr dankbar.

Aber…

…dann kommen Tage wie diese. Tage an denen man mit der Arbeit überfordert ist. An denen einen das Wetter depressiv macht und die Kollegen einem den letzten Nerv rauben. Tage an denen sich sogenannte Freunde, von denen es scheinbar reichlich auf dieser Welt gibt, von dir abwenden und dich nicht mehr interessant genug finden. Tage an denen du nicht mal deinen besten Freund anrufen und dich trösten lassen kannst, weil dir einfällt, dass dieser jetzt dein Exfreund ist und mit seinem Abgang gleich noch ein paar Hoffnungen und Träume mehr mitgenommen hat.

Wenn man Glück hat, kommt nach solch einem Tag dann die Sonne wieder zum Vorschein. Und wärmt einem das kleine halbvertrocknete Herz ein bisschen.

Wenn man Pech hat, ist das nicht der Fall. Dann soll es Leute geben für die besteht die einzige Chance nicht komplett den Verstand zu verlieren darin sich selber glaubhaft zu versichern, dass es immer noch die Möglichkeit gibt einfach Schluss zu machen. Licht aus.